Wichtige Informationen!!!!

 

 

 

 

Treffen

mit Frau Butschkau

Sorge bei ZWAR in Schwerte

Landtagsabgeordnete Anja Butschkau berichtete über die Streichung der Fördermittel des Landes

Die ZWAR-Gruppe Schwerte erhielt in der letzten Woche Besuch aus dem Landtag. Die SPD-Abgeordnete Anja Butschkau berichtete der ZWAR-Lenkungsgruppe in einem Eiscafé über die Absicht der schwarz-gelben Landesregierung, die finanzielle Förderung von ZWAR zu streichen. Das wird auch Auswirkungen auf die Gruppe in Schwerte haben.

Wer von der Arbeit in den Ruhestand wechselt, hat vom einen auf den anderen Tag viel Zeit. Was macht man mit der vielen Zeit, die man nun ausfüllen muss? Man droht in ein tiefes Loch zu fallen, Vereinsamung im Alter droht, soziale Kontakte werden immer weniger und fehlen für einen gesunden Lebensabend.

Vor 40 Jahren wurde in Dortmund das Projekt ZWAR - zwischen Arbeit und Ruhestand - gegründet, um Vorruheständler vor Vereinsamung und Alleinsein zu bewahren. Heute gibt es in Nordrhein-Westfalen 240 ZWAR-Gruppen mit rund 10.000 aktiven Menschen. In vielen Kommunen ist die Seniorenarbeit, die ZWAR leistet, nicht wegzudenken. Zwei ZWAR-Gruppen gibt es auch hier in Schwerte.

„ZWAR-Gruppen sind selbstorganisiert und selbstbestimmt. Wir planen unsere Aktivitäten mit allen basisdemokratisch“, erklärt Manfred Sigges, ein Mitglied des Schwerter ZWAR-Netzwerks das ZWAR-Konzept. „Jeder in diesem  Alter kann einfach vorbeikommen und mitmachen -  unabhängig von politischer und religiöser Ausrichtung.“

Sigges erzählt immer wieder gerne, wie bereichernd ZWAR für viele ältere Menschen ist: „Unsere gemeinsamen selbstorganisierte Aktivitäten umfassen u.a. Radfahren, Wander, Essen gehen, Kochen, Fotografieren, Theaterbesuche, PC-Betreuung – aber wir unterstützen auch durch Besuche bei Krankheit oder in anderen Notfällen.“

Doch die Existenz von ZWAR ist bedroht. Die Landesregierung hat angekündigt, die Förderung der ZWAR-Zentralstelle in Dortmund zu streichen. Damit fallen 600.000 Euro für den hauptamtlichen Überbau weg. Dieser hat die Aufgabe, neue Gruppen ins Leben zu rufen und die vorhandenen Gruppen bei der landesweiten Vernetzung zu unterstützen. Die Zentralstelle betreut die Gruppen auch bei ihrer Selbstorganisation und bietet Seminare und Workshops für die vielen engagierten ZWARler an.

„Wenn der organisatorische Überbau wegfällt, dann müssen wir befürchten, dass früher oder später die rein ehrenamtlichen Gruppen vor Ort sterben“, äußert Anja Butschkau ihre Bedenken. Die Landesregierung spiele zudem mit falschen Karten. „Für Sozialminister Laumann ist die Freizeitbeschäftigung von Senioren eine kommunale Aufgabe. Dabei fließt kein einziger Euro der Landesförderung in die Gruppen vor Ort, sondern in die landesweite Koordinierungs-, Netzwerk- und Bildungsarbeit.“

Die Schwerter ZWARler wollen die Streichung der Fördermittel nicht akzeptieren. Sie wollen Sozialminister Karl-Josef Laumann und die örtlichen CDU- und FDP-Abgeordneten anschreiben, um diese von der Notwendigkeit der Existenz von ZWAR zu überzeugen, die sich übrigens 40 Jahre lang hervorragend bewährt hat.

Der ZWAR-Dachverein wird außerdem in Kürze knapp 11.000 Unterschriften, die in ganz NRW für den Erhalt von ZWAR gesammelt wurden, an den Petitionsausschuss des Landtags übergeben.