Fahrt nach Görlitz

1. Tag Anreise

Mit einem bequemen 4-Sterne-Reisebus der Firma Misir traten insgesamt 43 Personen aus Schwerte und Umgebung –darunter 19 Reiselustige der ZWAR Schwerte- am frühen Morgen des 25.April die Reise nach Görlitz  an. Der Busfahrer Michael informierte, unterhielt und beköstigte die Fahrgäste aufs  Beste, assistierte von seiner Frau Maribell. Nach ca. 10 Stunden mit vielen Stopps erreichten wir das Ziel, das Parkhotel Görlitz, schön gelegen am Ufer der Neiße und mit direktem Blick auf das gegenüberliegende, polnische Stadtgebiet.

Wir wurden mit einem kleinen Sektempfang begrüßt. Die Zimmer waren sehr komfortabel.

So manchen Abend unternahmen wir nach dem Abendessen einen Spaziergang durch Görlitz oder „wir machten nach drüben“, um noch einen kleinen und preiswerten „Schlaftrunk“ zu uns zu nehmen, andere blieben in der Hotelbar zum Smalltalk.  Zu spät durfte es nicht werden, da wir morgens bereits um 9:00 Uhr per Bus zu den jeweiligen Stadtbesichtigungen starteten.

Am 2. Tag stand Görlitz, Zittau und Oybin, idyllisch in den Zittauer Bergen gelegen, auf dem Programm. Mit 2 Reiseleitern  erlebten wir eine kleine Stadtrundfahrt durch Görlitz.

Erstaunlich, wie viele Stadthäuser und Villen wieder wunderschön aufgebaut wurde, einige Gebäude allerdings sind noch im alten Zustand und zum Teil unbewohnt.

Danach ging die Fahrt in die Zittauer Berge –ca. 45 km von Görlitz entfernt-. Die fantastische Hügellandschaft der Oberlausitz mit dem Blick zum Horizont auf die Ausläufer des Riesengebirges ist ein herrliches Urlaubsgebiet.

Erstes Ziel war der kleine Kurort Oybin mit seinen Wäldern und den interessanten vulkanischen Felsformationen –ähnlich wie das Elbsandsteingebirge-. Ein idyllischer kleiner Bahnhof, eine kleine Kirche am Steilhang wurde besichtigt und nach dem Rundgang bestiegen wir eine unter Dampf fahrende Schmalspurbahn mit Speisewagen –dort wurden Getränke gereicht- und in einer einstündigen Fahrt ging es bis Zittau.

Dort wartete ein Fremdenführer auf uns, der die Bedeutung Zittaus als wichtige und reiche Stadt am früheren Handelsweg (Salz und Bernstein) erläuterte. Die Städte Bautzen, Görlitz, Lauban, Löbau und Kamenz und Zittau gehören zu dem Oberlausitzer Sechsstädtebund.

Die Rückreise nach Görlitz führte uns durch Dörfer wie Ober- und Untercunnersdorf mit ganz besonderem Baustil, der durch den Zuzug verschiedener Volksgruppen geprägt wurde. So entstanden die Umgebindehäuser, in denen ursprünglich Mensch und Tier unter einem Dach lebten. Die bäuerliche Familie lebte in einem niedrigen, hölzernen Gebäudeteil mit vorgesetztem Holzständerwerk im Erd- und Obergeschoss, das oftmals verschiefert ist, das Vieh lebte im gemauerten Gebäudeteil im Erdgeschoss.

 

Am 3. Tag stand das 170 km entfernte Breslau / Wroclaw auf dem Programm.

Die Gruppe wurde auf zwei Reiseleiterinnen aufgeteilt, die uns im Bus und später auch zu Fuß die Stadt und besonders den Teil der „Dominsel“ näher brachten. Schöne Stadthäuser aus verschiedenen Epochen und Baustilen hat Breslau zu bieten und das, nach einer fast 70 %igen Zerstörung im 2. Weltkrieg. Außerdem ist sie die „grünste“ aller polnischen Großstädte –man nennt Breslau auch das Venedig Polens-.

Am 4. Tag stand ein ganz besonderes Reiseziel auf dem Programm, die Stadt Bauzen und natürlich die Besichtigung des Stasi-Gefängnis Bauzen II.

Mitten im Stadtgebiet wurde es 1906 als Gerichtshaftanstalt Bautzen II gebaute. Ab 1956 unterstand es bis zum Ende der DDR als Sonderhaftanstalt dem Ministerium für Staatssicherheit und wurde zu einem Hochsicherheitstrakt mit 200 Haftplätzen für politische Sondergefangene zum „Stasi-Knast“ ausgebaut. 1963 wurde die Anstalt organisatorisch von der Haftanstalt Bautzen I, dem sogenannten „Gelben Elend“, abgetrennt und als eigenständige Strafvollzugsanstalt geführt.

1989 wurden alle politischen Gefangenen freigelassen, und 1992 wurde die Anstalt Bautzen II endgültig geschlossen. Im Gebäude befindet sich seit dem die Gedenkstätte Bautzen, zugleich Sitz der Arbeitsstelle der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft.

 

Nach einer einstündigen, individuellen Freizeit erlebten wir eine interessante Führung durch die Stadt Bautzen, die mit einem überraschend spendierten, leckeren Eis für alle endete.   

Die Stadt an der Spree liegt etwa 50 Kilometer östlich von Dresden am Rand des Lausitzer Berglandes.

Am 5. Tag traten wir um 9:00 Uhr die Rückreise mit einem 2 stündigen Aufenthalt in Halle an der Saale an, den Einige zum gemeinsamen Rundgang mit der gebürtigen Hallerin Gisela Henkel nutzten, andere schlenderten auf „eigene Faust“ durch die Stadt, saßen in Cafes oder genossen die Aussicht aus dem 5. Stockwerk eines Kaufhauses.

Leider regnete es, so dass die Stadt Händels nur flüchtig durchwandert werden konnte.

Ein längerer Aufenthalt lohnt sich mit Sicherheit.

Gegen 20:30 Uhr erreichten wir Schwerte.

 

Die Reisegruppe dankte dem Fahrer Michael und seiner Frau für die angenehme Reisezeit mit kurzweiliger Unterhaltung und guter Verpflegung.

 

Ein besonderer Dank mit viel Applaus ging an Gisela Henkel, die wieder einmal mit einer tollen Planung für eine fantastische Reise gesorgt hat. 

Vielen Dank an Gudrun B. für den ausführlichen Bericht, Fotos von diversen ZWARlern